Küche | Kuchen und Torten

Dedi´s schlotziger Schokokuchen

14. April 2018

Vor einiger Zeit saß ich Zuhause bei meinen Eltern, und während ich das gefühlt 5. Stück Kuchen in mich rein schob, fiel mir auf, dass ich noch so gut wie gar keinen Kuchen aus meiner Kindheit hier vorgestellt habe. Warum eigentlich?

Man ist immer auf der Suche nach etwas neuem, besseren, raffinierteren. Dabei liegt das Gute, wie so oft, so nah.

Wieso schweift man eigentlich immer in die Ferne? Höher, weiter, schneller…

Da saß ich also am Esstisch meiner Kindheit und aß Gebäck aus meiner Kindheit und vermisste nichts. Dachte nicht darüber nach, wie man dieses Gebäck noch besser oder anders zubereiten könnte. Es war perfekt so wie es war, ohne Schnickschnack. Und das Wichtigste: es erinnerte mich an schöne Momente und liebe Menschen, die nicht mehr hier sind.

Besser geht doch nicht!

Meine Urgroßmutter, von uns allen Dedi, genannt wurde 1900 geboren. Sie war eine sturköpfige und resolute Person. Ich habe zwar nicht wahnsinnig viel Zeit mit Ihr verbracht, da sie im Ausland lebte und wir die Familie hauptsächlich in den Ferien besucht haben. Aber einen Teil meines ersten Lebensjahres kam sie kurz nach meiner Geburt zu uns nach Deutschland, um sich um mich zu kümmern, da meine Mutter sofort wieder arbeiten gehen musste. An diese Zeit kann ich mich natürlich nicht mehr erinnern, aber an die Sommer, die ich bei meiner Familie verbracht habe. Und natürlich wurde in dieser Zeit auch viel leckeres gekocht und gebacken.

Den Kuchen, den ich hier vorstellen möchte, hat meine Dedi in ihrem Rezeptheft „häßlich aber lecker“ benannt. Ich finde „schlotzig und megalecker“ trifft es eher, aber urteilt selbst. Ich musste noch ein paar Ergänzungen im Rezept machen, da meine Urgroßmutter noch in einem „richtigen“ Ofen gebacken hat, in dem man die Temperatur natürlich nicht einstellen konnte. Auch Backzeittechnisch stand da nur: „halb backen“ oder „Fertig backen“… Ich musste also ein bisschen rumprobieren, aber am Ende ist er genauso lecker geworden, wie ich ihn bei Dedi in Erinnerung habe.

Die Mengenangaben reichen für eine Kuchen- oder Auflaufform der Größe von ca. 28 x 20 cm.

Für die erste Schicht benötigt ihr:

  • 5 Eiweiß
  • 125 feiner Zucker
  • 150 g gemahlene Walnüsse

Den Backofen auf 180 Grad Ober – Unterhitze vorheizen. Die Backform mit Butter einfetten und mit Mehl bestäuben.

Das Eiweiß mit dem Zucker zu einer festen Masse schlagen. Sodann die gemahlenen Walnüsse hinzu fügen und unterheben.

Diese Masse in die Form streichen und im vorgeheizten Ofen ca. 10 Minuten „anbacken“.

In der Zwischenzeit folgende Zutaten über einem heißen Wasserbad zu einer cremigen Masse verrühren:

  • 5 Eigelb
  • 125 g Zucker
  • 100 g Blockschokolade oder andere Zartbitterschokolade
  • 125 Butter

Diese Masse dann sobald sie eingedickt ist auf den ersten Teig streichen. Dann das Ganze noch ca. 25 bis 30 Minuten weiter backen. Die obere Schicht des Kuchens bricht beim Backen, das ist so gewollt. Macht am Besten eine Garprobe mit einem Holzstäbchen, wenn ihr euch nicht sicher seid, ob der Teig durch ist.

Kuchen aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen, und schmecken lassen!

Eure Ildiko

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.