Garten

Unkraut oder Gartenschatz

25. März 2017

Endlich ist der Frühling da.

Es sprießt, blüht und duftet und meine Seele lacht.

Vor einigen Jahren, als wir unseren Garten gerade versuchten umzugestalten, entdeckte ich zu meinem Erschrecken ein Unkraut mit Namen Giersch.  Mit aller Macht  riss ich es mitsamt Wurzel aus der Erde. Aber keine Chance,  das Kraut schoss immer wieder aus der Erde, immer mehr, immer öfter, an immer neuen Stellen…

Zufällig las ich eines Tages einen Artikel über das ungeliebte Kraut. Und ich war erstaunt, denn vor vielen Jahren wurde Giersch in Klostergärten angebaut um als Heilpflanze, besonders gegen Gicht, angewendet zu werden. Giersch gehört zur Familie der bekannten Gemüsepflanzen wie Möhren, Petersilie oder Pastinaken. Er enthält dreizehnmal Mal mehr Mineralstoffe als Grünkohl, und sein Vitamin C Gehalt ist 4x höher als der einer Zitrone. Weiterhin hat er durch seinen hohen Kaliumgehalt eine fördernde Wirkung auf Stoffwechselprozesse. Unfassbar, und dieses Kraut wollte ich loswerden.

Ich fing an, das Unkraut zu ernten, anstatt an dem Versuch zu scheitern, es zu eliminieren. Giersch ist sehr einfach von anderen Kräutern zu unterscheiden, wenn man sich folgende Eselsbrücke merkt: „Drei, drei, drei, bist beim Giersch dabei“. Was soviel bedeutet, dass der Blattstiel dreikantig ist, genauso wie das Blatt und die Einzelblätter dreigeteilt sind. Wenn man die Blätter zwischen den Fingern zerreibt, duftet es nach Möhren.

Mein erster Versuch mit Giersch in meiner Küche endete in einer köstlichen Gierschpesto. Leider habe ich hierzu kein Foto mehr, aber im Grunde sieht sie nicht anders aus als jedes andere grüne Pesto. Aber umso leckerer…

Wie ihr seht, bin ich restlos begeistert von diesem „Unkraut“, und ich freue mich schon riesig darauf mit der diesjährigen  Ernte zu beginnen. Ein bisschen muss ich mich noch gedulden, denn die ersten Gierschpflänzchen haben gerade erst ihre Köpfe aus der Erde gesteckt. Ich denke nach Ostern werde ich loslegen können. Bevor die Schnecken ihn mir weg futtern, die jeden Salat links liegen lassen würden für Giersch… Und heute morgen habe ich schon die erste kleine Schnecke auf meiner Terrasse erwischt.

Wie ihr sehen könnt, habe ich auch noch einen anderen Schatz in meinem Garten, der sich auch von ganz allein verbreitet hat. Dazu allerdings erst demnächst mehr… 🙂

Rezept Gierschpesto:

2 – 3 Handvoll Giersch

200 g geriebener Parmesan
200 g gemahlene Haselnüsse ( wenn man sie vorher röstet,  haben sie mehr Aroma)
etwas Salz
3 Knoblauchzehen
Olivenöl nach gusto ( ich mag nicht so viel, aber das ist ja Geschmackssache:-))

Alle Zutaten in eine Küchenmaschine und ab geht die Post. Ich  bewahre das Pesto immer in einem Schraubverschlussglas im Kühlschrank auf. Hält sich locker zwei Wochen, wenn es nicht vorher weggefuttert wurde.

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