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Mallorca – einmal Seele baumeln lassen bitte

20. August 2017

Endlich ist er da, unser Jahresurlaub. Ich habe so lange auf ihn hin gefiebert. Wie lange haben wir keinen richtigen Familienurlaub mehr gemacht, nur wir vier, und sonst niemand. Und mit niemand meine ich genau das. Wir haben uns eine kleine Finca mitten im Nirgendwo gemietet, drumherum zwar jede Menge Nachbarn, aber nur in Form von Ziegen, Schafen, Eseln, Hühnern, Katzen, na, eben allem, was hier so rum läuft auf den Feldern.

                    

Ich finde es herrlich hier, es duftet so herrlich nach Pinien, zwischendurch hört man ein „MÄÄH“, ansonsten nüscht! Lange schlafen, frühstücken wann wir wollen, dann erstmal abhängen, in den Pool hüpfen, ein Buch lesen, spielen, Löcher in die Luft gucken,spüren, wie der Wind die Haut streichelt. Einfach mal wieder alle seine Sinne nutzen. Glücklich sein!

Es kostet einiges an Überwindung, tatsächlich mal offline zu gehen, nicht immer aufs Handy zu schauen, oder darüber nach zu denken, was könnte oder müsste ich als nächstes tun. Denn im Grunde muss jetzt nichts. Die Welt hört nicht auf sich zu drehen, wenn ich mal kurz aussteige. Ein gutes Gefühl!

Was ich mir für die Tage hier allerdings fest vorgenommen habe ist endlich mal ein bisschen Sport zu machen. Der Ausspruch „Sport ist Mord“ist wirklich nicht weit hergeholt, nach zwei Tagen morgendliches Gymnastik und diverser Bahnen schwimmen, kann ich kaum noch ohne Schmerzen meinen Schlüpper anziehen, geschweige denn ohne Jammern von einem Stuhl aufstehen. Muskelkater ist echt ne scheiß Erfindung. Aber ich mache weiter, mein Körper wird es mir danken.

Und tatsächlich nach drei Tagen fallen mir die Übungen schon viel leichter, und die Schmerzen verschwinden auch wie von Geisterhand. Hoffentlich bleibe ich nach dem Urlaub weiter dran, mal sehen… 😉

Viele werden sicherlich sagen, schrecklich Mallorca, Ballermann, überfüllte Strände, Massentourismus, etc. Dazu kann ich nur sagen, ja, das stimmt, gibt es hier auch. Allerdings machen wir schon seit Jahren Urlaub in den Gegenden, wo kaum Touristen unterwegs sind. Dafür muss man sicherlich ein paar Kilometer zum Strand fahren in Kauf nehmen, wenn man da mal hin möchte, aber das macht uns nichts aus.

Es gibt wunderschöne Landschaften auf der Insel, mit versteckten Plätzen zum verweilen und genießen. Für jedes Bedürfnis gibt es Angebote. Ob man nun sportlich unterwegs sein möchte oder doch lieber entspannen, alles machbar. Wir haben zum Beispiel mal im Frühjahr ein paar Wanderungen gebucht. Herrlich, man bekommt die tollsten Aussichten zu sehen, und kehrt an ungewöhnlichen Orten ein. Und vor allem lernt man tolle Leute kennen.

Dieses Jahr haben wir uns für eine kleine Finca entschieden. Natürlich mit kleinem Pool, damit die Kinder Spaß haben! Haben die Kinder Spaß – haben die Eltern Erholung, na ja, zumindest meistens… ;-). Sie liegt in der Nähe des kleinen Städtchens Santa Margalida inmitten von Feldern. Der nächste Nachbar ist ca. 500 m weit entfernt. Ein riesiger Garten mit Mandel-und Olivenbäumen, Kakteen, Hängematten und direkt hinterm Zaun zwei sehr freundlichen Eseln, die uns jeden Tag begrüßen. Ich fühle mich, wie im Paradies. Ich empfinde es als riesen Luxus solch einen Urlaub machen zu dürfen. Zwar müssen wir uns hier selbst versorgen, aber dafür können wir immer selbst entscheiden, wann wir was machen, ohne uns an irgendwelche Essenszeiten in überfüllten Hotelrestaurants halten zu müssen. Und das genießen wir alle sehr und sind sehr dankbar für diese Zeit zusammen.

Da es in den Sommermonaten sehr heiß ist, sind wir tagsüber nicht gerne am Strand. Zum einen ist es dort in den Ferien sehr voll und zum anderen gibt es kaum Schatten. Somit fahren wir immer erst gegen 17 Uhr an den Strand und bleiben dann zwei bis drei Stunden dort. Vorteil: es ist nicht mehr so heiß, die Sonne knallt einem nicht mehr so auf die Birne, und die meisten Leute machen sich in dieser Zeit auf den Heimweg. Kann ich nur empfehlen.

Was aber auch immer sehr schön ist, sind die Märkte. Die Kleinen, wie die Großen. Ich liebe das frische Obst und Gemüse, das man dort zum Großteil von den Einheimischen kaufen kann. Frisch vom Feld, köstlich! Und natürlich auch alles andere was der Boden hier so hergibt. Mandeln, Olivenöl, Oliven,Wein, Schinken, Käse, Marmeladen… hach, ja, und die lokalen Köstlichkeiten, wie zum Beispiel Bunyols, frittierte Kartoffel-Hefe-Kringel, mit Zucker, die man hier frisch zubereitet bekommen kann. Die werde ich sicherlich Zuhause auch einmal versuchen zuzubereiten.

          

Wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass die Dinge, die man im Urlaub so lecker fand, oftmals zuhause ganz anders schmecken. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Umgebung, die Luft und das Wetter fehlt. 🙂

Auch toll fand ich dieses Jahr die Aloe Vera Plantage bei Santa Margalida, die wir dieses Jahr besucht haben. Über 200.000 Pflanzen auf den Feldern einfach grandios. Natürlich haben wir uns direkt mit dem halben Sortiment eingedeckt. Natürliche, tolle Produkte für einen fairen Preis.

Wie bei allen unseren Besuchen auf der Insel, haben wir uns einfach mit unserem kleinen Mietwagen mal wieder frei Schnauze auf den Weg gemacht, die Gegend zu erkunden. Das kann ich jedem nur empfehlen, sich einfach selber all die kleinen wunderhübschen Orte anzuschauen. Egal wo man hinkommt, die Vegetation ist überall anders, mal ganz grün, mal total karg. Zu jeder Jahreszeit völlig anders. Aber immer beeindruckend und soooo schön.

Dieses Jahr hat es uns in den kleinen Ort Colònia de Sant Pere verschlagen; Leudä, ich bin schockverliebt! Keine Hotelburgen, nur Pensionen und private Ferienfincas. Ein kleiner Sandstrand, schnuckelige Restaurants, kleine Sträßchen, ein bisschen verschlafen, kein Massentourismus, in meinen Augen der perfekte Ferienort. Es war so nett, dass wir am letzen Abend noch einmal hingefahren sind, um in einem der schnuckeligen Restaurants zu speisen. Direkt am Meer, bei Sonnenuntergang, unterm Baum, im Hintergrund Segelboote, mehr geht nicht. Und dann war es auch noch lecker. 🙂

              

Leider kann ich die Farben (lila, pink, türkis, blau, grün) und Gerüche (Pinien, Meer) der Insel nicht in Worte packen, denn nichts würden dem gerecht, aber in meinem Herzen und Kopf ist dies alles tief verankert und ich zehre sicherlich noch lange von diesem wunderbaren Urlaub.

Gracias Mallorca, Deine Ildiko

 

 

 

 

 

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